Die Geschichte des Briefeschreibens

Briefe gehören unter die wichtigsten Denkmäler, die der einzelne Mensch hinterlassen kann. Der Brief ist eine Art Selbstgespräch.

~ Johann Wolfgang von Goethe

Von der Brieftaube zur E-Mail. Die Art der Kommunikation hat sich im Laufe der Jahre sehr verändert. Sogar in unserer schnelllebigen Zeit, wird ein Brief noch immer sehr geschätzt. Sei es in der Schule, wenn man von seinem Schwarm einen Liebesbrief bekommt, auf dem man ankreuzen kann, ob man seine Freundin sein will, oder wenn man mit einem Freund eine Brieffreundschaft pflegt. Fakt ist, so ein Brief löst in einem ein nostalgisches Gefühl aus, wie es eine E-Mail nie könnte.

Doch wie hat sich das Briefeschreiben entwickelt? Begeben wir uns dafür zuerst auf eine spannende Reise in das Alte Ägypten.

Papyrus

Schon im 3. Jahrtausend vor Christus stellten die Menschen in Ägypten Papyrus her, den man beschreiben, aufrollen und gut zu Fuß transportieren konnte, weil er im Gegensatz zu Tontafeln sehr leicht und handlich war. Es gab damals sogar schon eine frühe Form der Post. Bei größeren Distanzen wurde Papyrus mit einem Schiff über den Nil transportiert.

Babylonien

Aus der Zeit um 1815 vor Christus wurden Briefe entdeckt, die belegen, dass sogar die Altbabylonier erste, dem Brief sehr ähnliche Dokumente versendeten. Dabei handelte es sich um Tontafeln, die mit der Keilschrift beschrieben waren.

Cursus publicus

Im römischen Reich unter Kaiser Augustus entstand ein staatliches Postsystem.

Mit dem sogenannten cursus publicus (staatliche Beförderung) wurde die Post entweder zu Fuß oder zu Pferde transportiert. Private Briefe waren jedoch strengstens untersagt. Der cursus publicus war nur für staatliche Funktionsträger und militärische Autoritäten zugelassen. Dadurch wurde die Kommunikation in den Provinzen des gesamten Römischen Reiches vereinfacht.

Am Anfang postierte man entlang von wichtigen Straßen Läufer, welche die Briefe in Empfang nahmen und den Brief zum nächsten Läufer transportierten. Nach einiger Zeit sah man für die Briefzustellung nur noch Boten, die auf Pferden ritten vor. Diese konnten bei sogenannten Wechselstationen ihre müden Pferde abstellen und diese gegen erholte Pferde eintauschen.

Hochmittelalter- Europa Im Hochmittelalter wurde die Nachrichtenübermittlung von drei Institutionen dominiert.


Und zwar von der katholischen Kirche, den Herrschern der unterschiedlichen Länder und dem europäischen Fernhandel. Durch die zentrale Lenkung der Kirche in Rom (bzw. 1309–1378 in Avignon) und die häufigen Papstwahlen kam es zu einem ständigen Briefverkehr mit den Bistümern. Die Klöster hatten fortan eigene Botendienste.

Die deutsch-römischen Herrscher und die Könige in England als auch Frankreich verbesserten die Kommunikation in ihren Ländern. Sie setzten für die Überbringung von Briefen Fußboten ein, welche Leihpferde von Herbergen oder Flussschiffe zur Auslieferung nutzten.

Entwicklung außerhalb von Europa

Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches gelang es den Arabern ein Weltreich aufzubauen. Dieses Reich erstreckte sich von Persien bis nach Spanien. Zu dieser Zeit wurde die Nachrichtenverbindung stark verbessert und ausgeweitet - dadurch entstand ein sehr organisiertes Nachrichtenwesen.


Außerdem nahm die Taubenpost an Bedeutung zu. Bei der Taubenpost, auch Brieftaubenpost genannt, schickte man Tauben los um schriftliche Mitteilungen zu versenden. Bereits in der Antike wurde die Brieftaubenpost genutzt um Briefe zu versenden.

Die Kurierboten mussten erstmals eine Art Erkennungszeichen tragen, damit man sie von Weitem erkennen konnte. Sie trugen eine gelbe Schärpe und eine Tafel um den Hals, welche als Ausweis diente.

Spätes Mittelalter


Im späten Mittelalter entwickelte sich allmählich die länderübergreifende Kaufmannspost. Einen privaten Briefverkehr gab es nach wie vor nicht, da Pergament sehr teuer war und es sich die meisten Leute nicht leisten konnten. Erst ab dem 15. Jahrhundert wurde billigeres Papier eingeführt und der Briefverkehr begann langsam zu wachsen.

In vielen Regionen von Deutschland übernahmen die Metzger den Austausch von Briefen und Universitäten entwickelten eigene Botensysteme. Im Heiligen Römischen Reich entstand ein weiterentwickeltes Botenverfahren. Gegen Bezahlung transportierten sie Briefe und Kaufmannspost. Dieses Briefsystem war miteinander vernetzt.

Frühe Neuzeit

Nach 1520 nahm die Beförderung der Privatpost auf dem Niederländischen Postkurs ein solches Ausmaß an, dass sie anfangs insgeheim geduldet und schließlich genehmigt wurde.

Durch den zunehmenden Postverkehr kam es zu administrativen Verbesserungen und Vereinfachungen. Die Verlustquoten von Briefen wurden minimiert, die Menschen sehnten sich nach mehr Sicherheit und vertrauten der Post ihre Briefe und Güter an. Es wurden zuverlässige Briefboten eingestellt und der Lohn der Boten erhöht. Bereits um 1800 waren alle mitteleuropäischen Städte miteinander vernetzt.

Und so entstand das Briefsystem wie wir es heute kennen!

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