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Der Beruf des Schreibers

- vom königlichen Beamten bis zum heutigen Blogger


Der Beruf des Schreibers ist so alt wie das geschriebene Wort selbst und blickt damit auf eine fast 6.000-jährige Geschichte zurück. Zumindest datieren unsere ältesten schriftlichen Belege – Tontafeln mit eingeritzten Schriftzeichen aus dem mesopotamischen Sumer – soweit zurück.


In Mesopotamien, genauso wie im alten Ägypten (wo die Schrift nahezu zeitgleich entstand), sowie in allen anderen frühen Hochkulturen waren Schreiber höchst angesehen, da diese Fähigkeit nur wenige beherrschten. Es waren Staatsdiener, die – umfassend auch im Rechnen gebildet – Steuern schätzten, Gewinne ermittelten und Erträge verwalteten.


Im Laufe der Zeit begann sich das Berufsfeld des Schreibers zu erweitern. Neben staatlichen Verwaltungsbeamten gab es auch Schreibkundige, die ihre Dienste Privatleuten zur Verfügung stellten. So setzten im alten Rom Tabellione Urkunden auf oder verfassten im antiken Griechenland Logographen Gerichtsreden für Kläger und Angeklagte.


Im Hoch- und Spätmittelalter wiederum wurden aufgrund des einsetzenden Fernhandels immer mehr öffentliche Schreiber gebraucht, die Verträge aufsetzten, Urkunden oder andere wichtige Schriftstücke verfassten. Geistliche kopierten in kirchlichen Schreibstuben als Skriptoren fleißig Bibeltexte in Schönschrift.


Erst 1450 mit der Erfindung des Buchdrucks

und der einsetzenden Alphabetisierung im 16. Jahrhundert begann sich die Bedeutung des Berufsstandes zu wandeln. Der öffentliche Schreiber verschwand nach und nach aus dem Sprachgebrauch unserer Gesellschaft.


Denn während es in Entwicklungsländern mit noch immer hohem Analphabetismus erst in jüngster Zeit durch Mobiltelefonie und günstigen Tarifen zum Aussterben des öffentlichen Schreiberberufs kommt, hat sich in westlichen Industrienationen längst eine Differenzierung schreibender Tätigkeiten etabliert.


Heute sprechen wir von Autoren und Schriftstellern, Redakteuren und Journalisten, Redenschreibern und Ghostwritern, Textern und Bloggern, die alle auf die eine oder andere Art Buchstaben verschriftlichend ihr täglich Brot verdienen.


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