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Woher kommt die Tinte?

15.12.2017

 

Ursprünglich stammt der Name aus dem Lateinischen: Tincta Aqua, was so viel wie gefärbtes Wasser bedeutet.

 

Der Tintenfisch hat seinen Namen von der bräunlichen Flüssigkeit, die er bei Gefahr seinen Gegnern entgegenstößt, um sie abzuwehren. Dieser Farbstoff wird heute in Lebensmittelindustrie eingesetzt, die Tinte gab es bereits 5000 Jahre früher.

 

 

Die Entwicklung der Tinte

 

Heute kommt die Tinte aus der Fabrik. Aber das war natürlich nicht immer so. Bereits 3000 v. Chr. schrieben die Ägypter mit Tinte aus Ruß.

 

Ruß und Lack

Im alten Ägypten schrieb man mit Binsen auf Papyrus. Die schwarze und rote Schreibflüssigkeit wurde aus Ruß, eisenoxidhaltiger Erde, Wasser und einem Bindemittel hergestellt. Die Chinesen verfassten bereits vor 4600 Jahren mit einem Bambusstab und einer Art Lack ihre Texte.

 

Bister

Ab dem Mittelalter mischte man Tinte aus Ruß, der aus der Verbrennung von Nadelholzkohle entstammt. Das gelblich bis dunkelbraune Bister wurde getrocknet, in Stangen gepresst und je nach Bedarf ins Wasser gerieben und aufgelöst.

 

 

Sepia Tinte

Aus der Blase des Sepia-Tintenfisches wird ein dunkelblauer Farbstoff gewonnen. Nach dem Trocknen wird er zu Pulver zerrieben und mit Wasser und einem Bindemittel versetzt. Heute wird die Sepia-Tinte vor allem zum Färben von Lebensmitteln (Pasta) und in der Aquarellmalerei eingesetzt.

 

Die Tinten aus Ruß und Sepia waren leicht abwaschbar und die Schreibgeräte dadurch leicht zu reinigen.

 

 

Eisengallustinte

Die Römer stellten bereits Eisengallustinte aus pulverisierten Galläpfeln, Eisen- oder Kupfervitriol, Bindemittel (Gummi Arabicum) und Lösungsmitteln (Wasser, Bier, Wein oder Essig) her. Der große Nachteil der Eisengallustinte ist, dass die Tinte mit der Zeit Schwefelsäure freisetzt und damit das Papier zerfrisst (Tintenfraß).

 

 

Ab 1750 wurden Schreibfedern aus Metall populär. Aber Gallustinte war für diese Schreibgeräte nicht mehr geeignet, da das Salz die Stahlfedern rosten ließ.

 

 

Richtlinien der Tintenherstellung

Im 19. Jahrhundert entdeckte man eine Vielzahl an Farbstoffen, die sowohl zum Schreiben als auch zum Malen eingesetzt wurden. Wasserlöslichen Farbstoffe hatten den Nachteil der Abwaschbarkeit und der geringen Lichtechtheit. 1856 wurde erstmals ein Rezept für eine Eisengallustinte veröffentlicht, deren Bestandteile nach dem Trocknen wasserunlöslich wurden.

 

Tintenpatrone

Bis ins 19. Jahrhundert wurden als Schreibgeräte vor allem Stahl- und Gänsefedern eingesetzt. Die ersten Modelle der Füllfederhalter kamen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den Markt und wurden mit einer Pipette befüllt. 1882 erfand Lewis E. Waterman das moderne Tintenleitsystem, das heute noch gültige Standards liefert. 1927 produzierte Waterman die ersten Tintenpatronen, die aber erst 1960 ihren weltweiten Siegeszug antraten.

 

Moderne Tinte

Heute wird Tinte industriell hergestellt und meist in kleine Plastikröhrchen (Patronen) abgefüllt. Jeder Tintenhersteller hütet natürlich sein spezielles Rezept, aber die 3 Grundsubstanzen sind immer gleich:

wasserlöslicher Farbstoff, Wasser und Bindemittel

 

Tinte für Drucker

In unserem Zeitalter, in dem Drucker und Computer zum Alltag gehören, wurde die Tinte perfektioniert und in Tintentrahldruckern eingesetzt. Die Tinte wird dabei auf 150oC erhitzt und auf das Papier gestrahlt. Bei Farb-Tintenstrahldruckern entstehen Kombinationen aus Cyan, Gelb, Magenta und Schwarz.

 

Tinte als Metapher

Die Tinte hielt aber auch in unseren Sprachgebrauch Einzug:

Wer kennt nicht die Redensarten: In der Tinte sitzen.

Die Tinte, eine dunkle und schwer abwaschbare Flüssigkeit, gilt als Methaper für Schwierigkeiten. Auch die drei schwarzen Buben aus dem Struwwelpeter, die den Mohren wegen seiner Hautfarbe verspotten, landen zur Strafe im Tintenfass und sind danach noch schwärzer als der Mohr

 

Übrigens: Bei der Tusche handelt es sich um eine spezielle Form von Tinte, die sich durch eine sehr kräftige Farbe auszeichnet und häufig ein Bindemittel enthält.

 

 

 

 

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